GESCHÄFT

Wie können Sie Ihr nächstes Produkt crowdfunden?

Wenn Sie vor ein paar Jahren Ihr eigenes Projekt umsetzen wollten, mussten Sie zuerst die Ärmel hochkrempeln und das Grundkapital verdienen oder große Kredite aufnehmen, für die Sie nicht einmal sicher waren, dass Sie sie zurückzahlen können. Mit dem Aufkommen des Crowdfunding hat sich alles verändert.

Was ist Crowdfunding?

Der weniger gebrauchte deutsche Begriff lautet Schwarmfinanzierung – nämlich eine alternative Finanzierungsform, in deren Mittelpunkt die „Crowd“, also eine große Gruppe von Menschen, steht, die bereit ist, dieses Projekt mitzufinanzieren. Dieser Prozess läuft ausschließlich digital ab und lässt daher viel Freiraum für etliche Marketingstrategien. Das eigentliche Projekt wird nicht nur von einer Person, sondern von mehreren finanziert, die aber keinen Einfluss auf den Ablauf des Projekts haben.

Vorteile

Vielleicht der größte Vorteil, neben der Tatsache, dass Crowdfunding für Startup-Projekte äußerst geeignet ist, ist Marketing. Obwohl man viel Zeit und Mühe opfern muss, um hervorragende Marketingstrategien zu entwickeln, bietet das Crowdfunding die Möglichkeit, um das kommende Produkt schon im Voraus zu werben und sich Kunden zu sichern. Adam Saraceno, der Vertriebsleiter beim Peak Design, des Unternehmens für Photographieausrüstung, hat sein Projekt mithilfe des Crowdfunding in die Tat umgesetzt. Er berichtet, dass sein Unternehmen am Anfang Crowdfunding genutzt hat, um Vorbestellungen zu sichern. Mit diesem Geld konnte er seine Produktion beginnen und wusste dabei auch ganz genau, wie viele Produkte herzustellen waren, aber sicherte auf diese Weise ebenfalls, dass die hergestellten Produkte tatsächlich verkauft werden. Auf diese Weise kann man durch Crowdfunding schon vor der Produktherstellung den Feedback der „Crowd“ bekommen und voraussehen, wie sein Produkt beim Publikum ankommen wird.

Nachteile

Bei den meisten Crowdfunding-Plattformen handelt es sich um das Spiel auf alles oder nichts. So passiert es nicht selten, dass Projekte scheitern, weil die verlangte Geldsumme nicht gesammelt wurde. Diese Geldsumme ist meistens plattformabhängig; z. B., im Jahr 2014 wurden auf Kickstarter 529 Millionen Euro gesammelt, während auf Gofundme diese Zahl bei 470 Millionen lag. Deswegen empfiehlt es sich, im Internet detailliert zu recherchieren, bevor man sich für eine Crowdfunding-Plattform entscheidet.

Die beliebtesten Crowdfunding-Plattformen in Deutschland

  1.     Kickstarter – eigentlich eine Plattform aus den USA, die heute aber weltweit erfolgreich funktioniert. Hier kann man alle Projekte crowdfunden und man kann als Investor auch ziemlich kleine Summen anlegen.
  2.     Bergfürst – hier lassen sich Geldsummen bis zu 100.000 Euro von einem privaten Investor investieren.
  3.     Seedmatch beschäftigt sich ausschließlich mit Unternehmensfinanzierung. Die minimale Geldsumme, die angelegt werden kann, ist 250 Euro.
  4.     Indiegogo kommt wie Kickstarter aus den USA, erlaubt es aber, auch Projekte außerhalb der USA zu finanzieren.
  5.     Exporo und Zinsbaustein sind ausschließlich für Immobilienprojekte gedacht. Bei dem Exporo liegt die minimale anzulegende Summe bei 500 Euro. Bei Zinsbaustein funktioniert es ein bisschen anders – hier kann man seine Projekte mit einem Zinssatz von 5,25% pro Jahr anlegen.

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